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Bericht aus Bangladesch - Teil 2

Sulota Biswas

zu Teil 1

Am Dienstag, den 4. Dezember 07 kommt auch Sulota Biswas zum YWCA-Haus in Gopalgonj, um einen Sack mit 7kg Reis und 2kg Dal abzuholen. Über 670 vom YWCA Gopalgonj ausgewählte Familien konnten an diesem Tag einen solchen Lebensmittel-Sack in Empfang nehmen.

Ich hatte die Gelegenheit, Sulota einige Frage zu stellen. Dies nun ist die Geschichte einer 45 jährigen Frau, die schon zu viel durchgemacht hat.

Sulota wohnt in Moulovipara (Ghoser char) in Gopalgonj. Dies ist eine der Inseln. Sie ist Hausfrau, hat 6 Kinder und nun wohnen weitere 6 Leute in ihrem Haus. 2007 ist ein schwarzes Jahr für Sulota und ihre Familie. Anfangs Jahr mussten sie ihr damaliges Haus verlassen, weil die Regierung das Land beanspruchte.

So bauten sie sich an einem anderen Ort ein neues Zuhause auf. Während der Monsunzeit kam es zu heftige Überschwemmungen. Halshoch stand das Wasser im Haus und es war danach stark beschädigt. Sie brauchten einige Zeit um es wieder in Ordnung zu bringen.

Sulotas Mann, einem Fischer, wurde Arbeit praktisch verunmöglicht, denn durch die Überschwemmungen wurden die Fische aus den Teichen geschwemmt.

Wenige Monate Später kam die nächste Katastrophe. Ein Zyklon mit Windgeschwindigkeit von 240km/h zog über den Süden des Landes her. Sie hörte von dem Zyklon, doch in Khulna, wo Sulota aufwuchs, kommt es öfters zu Wirbelstürmen. So war es für sie nichts Neues. Für die Familie kam zu einer schwierigen Entscheidung. Sollten sie das neu reparierte Haus verlassen oder nicht? Der Neffe von Sulota riet ihr zu gehen. Sie fanden Unterschlupf im Haus des Pfarrers. Obwohl Sulota Angst hatte während des Zyklons, hätte sie nie gedacht, dass dieser so zerstörerisch wäre. Nun ist ihr Haus aufs Neue beschädigt.

Doch der Wirbelsturm Sidr hatte noch grössere Auswirkungen. Ihr Mann, hatte die Erlaubnis in zwei Teichen nahe ihrer Wohnstätte zu fischen. Nach dem Wirbelsturm verstarben die meisten Fische in den Teichen. Da die Familie abhängig ist vom Verdienst des Vaters, geht er nun mit einer Gruppe von 5-7 Fischern in einem Fluss weiter entfernt fischen. Am Abend verkauften sie die Fische auf dem Markt. Der Mann von Sulota hat jetzt sehr lange und anstrengende Tage. Doch ihm bleibt keine andere Wahl.

Ich bin beeindruckt von dieser Frau, die so viel durchmachen musste und doch nicht aufgibt. Sulota und ihre Familie mussten fünf Katastrophen in nur einem Jahr erleben, das ist zu viel!

Dhaka, 9. Dezember 07, Esther Kohli v/o Vela

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